Aktuelles

Sexuelle Dienstleistungen in Niedersachsen wieder erlaubt

Laut Aussage  des Ministeriums sind aufgrund des Urteils vom OVG Lüneburg vom 28.08.20 ab sofort alle sexuellen Dienstleistungen vorübergehend wieder erlaubt. Hierbei müssen aber die Regelungen des §8 der Niedersächsischen Corona Verordnung für körpernahe Dienstleistungen eingehalten werden. Voraussichtlich kann aber nächste Woche eine neue Regelung in Kraft treten. In der Zwischenzeit müssen viele Prostitutionsbetriebe Insolvenz anmelden. Der BesD, ein Bündnis Sexarbeitender aus allen Branchen, hat dazu eine Stellungnahme verfasst.

Der Jahresbericht 2019

verdeutlicht die Bedeutung von geschützten Räumen für Menschen in prekären Lebenslagen im Bereich der Arbeit von Phoenix e.V.. Die unterschiedlichen Bedürfnisse - auf der einen Seite das Bedürfnis der Bürger*innen nach mehr Sicherheit im öffentlichen Raum, auf der anderen Seite die Suche der Sexarbeitenden nach der Nähe zur städtischen Infrastruktur - birgt ein ständiges Konfliktpotential. Und auch die Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes führt zu einer Art der Verdrängung. Gute selbstbestimmte Arbeitsplätze können den hohen Auflagen der Erlaubnispflicht oft nicht nachkommen und müssen schließen. Übrig bleiben große Betriebe, die für viele Sexarbeitende keinen adäquaten Arbeitsplatz bieten. Lesen Sie dazu mehr in diesem Bericht.

Appell

Seit dem 17. März ist Sexarbeit aufgrund des Corona-Virus auf staatliche Anordnung verboten. Sexarbeitende und Bordellbetreiber*innen sind in ihrer Existenz bedroht. Ein Ende dieses Verbotes ist derzeit nicht abzusehen und Prostitutionsgegner*innen nutzen die derzeitge Situation, um ein generelles Prostitutionsverbot zu fordern. Der Berufsverband Sexuelle Dienstleistungen e.V. (BSD e.V.) sammelt mit diesem Appell Stimmen zur Aufhebung des derzeitigen Arbeitsverbotes. Den Appell unterstützt auch die Deutsche Aidshilfe gibt gleichzeitig zu Bedenken, dass Sexarbeitende keineswegs "Superspreader" sind, sondern vielmehr ein Vorbild für den unaufgeregten und vernünftigen Umgang mit dem Corona-Risiko sein könnten. Lesen Sie hier mehr.